Familie im Wandel Ein Wochenende für Eltern erwachsener Kinder
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Beim Wochenende für Eltern erwachsener Kinder gab es viel Input und
Austauschmöglichkeit zur Perspektive: Wir als (künftige)
Schwiegereltern. (Foto: Wittmann) -
Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen – von Pater E. Busse (Foto: Wittmann) -
Workshop: Wie drücken sich meine/unsere Werte gegenüber meinen (künftigen Schwieger)Kindern aus? (Foto: Wittmann)
Anneliese & Klaus Wittmann. „Nimm dein künftiges Schwiegerkind an – egal, ob es dir gefällt oder nicht.
Sonst riskierst du die Beziehung zu deinem eigenen Kind.“ war das Wichtigste für mich, sagte eine Teilnehmerin als am Ende des Wochenendes vom 27. bis 29. März 2026 in Memhölz.
Ankommen dürfen – und ehrlich hinschauen
Schon am Freitagabend war spürbar:
Hier geht es nicht um schnelle Lösungen oder fertige Rezepte.
Nach dem Ankommen, dem gemeinsamen Essen und dem Kennenlernen entstand rasch eine vertrauensvolle Atmosphäre. Diese Offenheit prägte das ganze Wochenende.
Ein Teilnehmer brachte es so auf den Punkt: „Es war eine intensive und sehr wertvolle Zeit, die wir hier erleben durften.“
Ich war ja selbst einmal Schwiegerkind
Am Samstagmorgen begann die eigentliche inhaltliche Reise.
In einem ersten Impuls luden Manuela und Peter Miller die Paare ein, zurückzuschauen:
Wie habe ich mich damals gefühlt, als ich selbst neu in eine Familie kam?
Was hat mir gutgetan – und was war schwer?
Im Paargespräch wurde deutlich: Verletzungen und Unsicherheiten gehören oft zur Geschichte von Schwiegerbeziehungen. Genau deshalb ist es so wichtig, sich bewusst zu machen, wie wir heute selbst als Schwiegereltern sein wollen
Der Perspektivenwechsel - Wir als Schwiegereltern
Mit viel Lebenserfahrung und Klarheit nahmen Manuela und Peter Miller die Teilnehmenden mit hinein in die Dynamiken zwischen Nähe und Distanz, Zutrauen und Zurückhaltung, Annahme und Freiheit. Immer wieder wurde deutlich:
Die herzliche Annahme des Menschen, den sich die eigenen Kinder als Lebenspartner ausgesucht haben ist der Schlüssel – für die Beziehung zum Kind und für den Frieden und die Freude in der Familie.
Auch herausfordernde Themen wurden adressiert:
- Was, wenn heiraten gar nicht Betracht gezogen wird?
- Wie unterstützen wir, ohne uns einzumischen?
- Was tun, wenn Beziehungen scheitern?
Der Austausch unter den Paaren war für alle hilfreich:
„Es hat gutgetan zu erleben, dass es anderen genauso geht. Da fühlt man sich gut aufgehoben – und ist zuversichtlich.“
Werte als innerer Kompass
Der Samstagnachmittag startete mit dem Werte Workshop, gestaltet von Anneliese und Klaus Wittmann.
Hier ging es nicht um richtig oder falsch, sondern um innere Klarheit:
- Was ist uns wirklich wichtig?
- Wie prägen diese Werte unser Verhalten gegenüber Kindern und Schwiegerkindern?
- Und wo stoßen unterschiedliche Wertvorstellungen aufeinander?
In stiller Einzelarbeit, im Gespräch als Paar und im Austausch in der Gruppe entstanden tiefe Einsichten.
„Als ob sich der Nebel lichtet. Wir haben verstanden, warum wir wie in manchen Situationen reagieren.“ sagte ein Paar nach dem Workshop
Viele merkten: Über Werte sprechen wir im Alltag kaum. Und doch steuern sie unterbewusst unsere Haltungen und unser Verhalten. Die Reflexion über unsere Werte hilft uns, über uns selbst Klarheit zu gewinnen. Und manches Mal auch zu mehr Gelassenheit - denn dann müssen wir nicht jeden Kampf ausfechten.
Loslassen ist ein geistlicher Weg
Am Samstagabend führte Pater Elmar Busse tiefer in das Thema des Loslassens - biblisch, lebensnah und ehrlich. Ausgehend vom biblischen Wort: „Darum wird der Mensch Vater und Mutter verlassen …“ wurde spürbar:
Loslassen ist ein Akt von Vertrauen - Es heißt: dem eigenen Kind zutrauen, seinen Weg zu gehen – und es Gott anzuvertrauen.
In geistlichen Impulsen, im Heiligtum und bei der Übergabe kleiner Holzkreuze wurde bewusst:
Wir lassen unsere Kinder nicht ins Leere los.
Wir übergeben sie – und uns selbst – der Sorge Mariens.
Ein neuer Anfang als Paar
Am Sonntag richtete der Impuls von Pater Elmar Busse den Blick nach vorne:
Was beginnt jetzt für uns als Ehepaar? Wenn Kinder ihre eigenen Wege gehen, entsteht auch für Eltern neuer Frei-Raum. Der Impuls „Wann haben wir das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht?“ inspiriert über das Wochenende hinaus.
Gemeinschaft, die trägt
Was dieses Wochenende zusätzlich prägte, war die Gemeinschaft untereinander.
Eltern in ähnlichen Lebensphasen, mit vergleichbaren Fragen und Hoffnungen – das tat gut.
„Es war wie eine liebevolle Selbsthilfegruppe. Zu wissen: Wir sind nicht allein – und viele tragen das aus dem Glauben heraus.“ sagte ein Paar am Ende der Tagung.
Auch das Miteinander beim Essen, die Gespräche in der Cafeteria, die Musik und das Singen trugen dazu bei, dass viele erfüllt nach Hause fuhren.
In der Abschlussrunde wurde deutlich: „Unsere Wertschätzung für Kinder und Schwiegerkinder ist gestiegen.“
Ausblick: Memhölz 2027
Das nächste Wochenende „Gelungene Beziehungen in unserer Familie“ findet vom 19.–21. März 2027 wieder in Memhölz, Schönstatt auf'm Berg statt.
Wer den eigenen Platz als Eltern erwachsener Kinder neu finden möchte – ehrlich, zugewandt und im Vertrauen auf Gott – wird hier reich beschenkt.
