Europäischer Erfahrungsaustausch zum Thema „Schönstatt bauen“ - Von den Erfahrungen der ungarischen Familienbewegung lernen
-
Erzählen – Fragen – Lernen – Im Haus der Bewegung in Schönstatt trafen sich die
Familienzentrale und Leitung der Akademie für Familienpädagogik für den
wertvollen Austausch mit Ehepaar Dabóczi, die von ihren Erfahrungen der
Bewegungsarbeit aus Ungarn erzählten. (Foto: Miller) -
Ehepaar Bibor & Tamás Dabóczi erzählen von ihren Erfahrungen aus Ungarn. (Foto: Miller) -
Gemütlicher Ausklang im Garten der Marienau nach einem vollen und heißen Tag. (Foto: Miller) -
Auf den Spuren der Anfänge der Familienbewegung im Bundesheim. (Foto: Miller)
Manuela & Peter Miller. Nicht nur die sommerlichen Temperaturen sorgten beim Treffen der Familienzentrale und der Leitung der Akademie für Familienpädagogik Memhölz für eine intensive Atmosphäre. Vor allem das Feuer für Schönstatt, das das ungarische Ehepaar Bibor und Tomás Dabóczi mitbrachte, war ansteckend, erfrischend und unmittelbar auf die Praxis ausgerichtet.
Vom 26. bis 28. Juni 2026 war ein ganzes Wochenende dem Austausch gewidmet. Ziel war es, von den Erfahrungen der jungen Schönstatt-Bewegung in Ungarn zu lernen und Impulse für die Familienbewegung in Deutschland zu gewinnen.
Wegen der außergewöhnlichen Hitze wurde der Tagungsraum kurzerhand in den kühleren Keller der Marienau verlegt. Die hohen Temperaturen hatten jedoch auch Auswirkungen auf die Anreise: Eine Vertreterin der Akademie für Ehe & Familie Mainz konnte aufgrund ausgefallener Zugverbindungen leider nicht teilnehmen. Zeitweise bereicherte auch P. Felix Geyer den Austausch.
Große Fragen – große Offenheit
Schon zu Beginn zeigte sich, wie viele Fragen den Teilnehmern am Herzen lagen: Wie gelingt Referentenschulung? Wie kann das Schönstatt-Charisma weitergegeben werden? Wie wächst die Freude an Pater Kentenich? Und letztlich: Was fördert das Wachstum der Schönstatt-Familienbewegung?
Anhand anschaulicher Präsentationen berichteten Bibor und Tomás Dabóczi vom Aufbau der ungarischen Bewegung. Jährlich finden dort 17 Familientagungen mit durchschnittlich zehn Familien statt. Getragen werden diese ausschließlich von Ehepaaren, die die Tagungen vorbereiten und durchführen. Die geistliche Inspiration und Führung der Bewegung liegt bei Schwester Gertrud-Maria Erhard, die jedoch nicht an den Familientagungen mitwirkt. Die Verantwortung liegt bei den Familien selbst.
Kentenich verstehen – und im Alltag leben
Besonderes Interesse der ungarischen Arbeit ist die Ausbildung der Ehepaare in der „Kleinen Kentenich-Uni“ und in Referentenschulungen. Dabei werden nicht nur Texte Pater Kentenichs studiert. Entscheidend ist vielmehr deren Umsetzung im Alltag. Konkrete Übungen helfen den Ehepaaren, das Gelernte gemeinsam einzuüben und zur Lebenspraxis werden zu lassen. So wird die Ausbildung zu einer echten Lebensschule.
Im ersten Ausbildungsjahr lernen die Teilnehmer die Person Pater Kentenichs sowie die Wurzeln Schönstatts kennen. Ziel ist es, sich in seine Denkweise einzuarbeiten, um auch auf heutige Fragestellungen im Geist seines Charismas Antworten finden zu können.
Die zahlreichen Sommertagungen werden gemeinsam von den Referententeams inhaltlich vorbereitet. Ausgehend von der jeweiligen Jahresströmung sammeln sie Werte und Themen, die für die aktuelle Zeit besonders bedeutsam sind. Daraus entstehen die Vorträge für die Familientagungen. Nach den Tagungen erhalten alle Teilnehmerfamilien die schriftlichen Unterlagen, damit sie die Inhalte im Laufe des Jahres weiter vertiefen können.
Der Vortrag des Ehepaars Dabóczi war eher in Gesprächsform, da die Teilnehmer zahlreiche Fragen stellten – ein Zeichen des großen Interesses an den positiven Erfahrungen aus Ungarn.
Spurensuche und Zukunftsperspektiven
Am Abend begab sich die Gruppe auf Spurensuche ins Bundesheim, wo in den Anfangsjahren große Familientagungen stattfanden. Anschließend lud der Garten der Marienau mit seinen schattigen Bäumen und dem Bachlauf zu Gesprächen und persönlichem Austausch ein.
Der Sonntag stand ganz im Zeichen offener Fragen und der gemeinsamen Überlegung, welche Impulse sich auf die Situation in Deutschland übertragen lassen. Besonders die Referentenschulung stieß auf großes Interesse.
Mit der Feier der Heiligen Messe im Heiligtum der Familien fand das intensive und fruchtbare Wochenende seinen Abschluss.
Neue Freude an Schönstatt
Beim Rückblick wurde deutlich, wie viel Freude und neue Motivation für Schönstatt aus diesen Tagen erwachsen waren. Das Ehepaar Dabóczi beeindruckte durch seine klare und zugleich wertschätzende Art. Vieles wirkte unkompliziert, menschlich und praxisnah – ohne ideologische Überhöhung. Ein Satz blieb vielen besonders in Erinnerung: „Sie sehen, dass etwas gebraucht wird – und dann machen sie es.“ Ebenso wurde deutlich, wie wertvoll bewusst reservierte Zeiten für gemeinsame Strategieentwicklung sind.
Ein herzlicher Dank gilt Arno Hernadi, der für den Ausgleich des finanziellen Aufwands der ungarischen Familie gesorgt hat.
